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Eine Botschaft an die Menschheit 

Das Winnetou ebenso viel mit Indianern zu tun hat, wie im vorliegenden Fall die Gerechtigkeit mit der US-amerikanischen Justiz, pfeifen die Spatzen von den Dächern.

In den 70er Jahren gab es spektakuläre Aktionen von IndianerInnen, die ihre Rechte einforderten. Bei bürgerkriegsähnliche Zuständen kam es zu vielen Toten, deren Fälle bis heute nicht aufgeklärt worden sind. Repressionen jeder Art, die an Methoden von Diktaturen erinnerte bestimmte viele Reservate jener Zeit, und das schlimmste – die Zeit ließ einige der Opfer fast in Vergessenheit geraten, wie z.B. Leonard Peltier.

Um so erfreulicher war es, als mir das Buch “Mein Leben ist mein Sonnentanz” von Leonard Peltier ins Auge sprang und plötzlich die Ereignisse der 70er Jahre in Erinnerung brachte, an denen sich leider bis heute nur zu wenig geändert hat.

Dieses Buch erschüttert in vieler Hinsicht. Nicht nur die persönliche Geschichte Leonard Peltiers, wie er aufwuchs, politisiert wurde und die umstrittenen Ereignisse des 26. Juni 1975, für die er seit 1976 unschuldig inhaftiert ist, sondern auch der ungebrochene Geist Peltiers, sein Glaube an das Gute im Menschen und an die menschliche Fähigkeit in Frieden miteinander leben zu können. Sein Kampf ist längst nicht mehr ein Kampf um seine Person, und um Gerechtigkeit, es ist der Kampf um Menschenrechte. Während sich für ihn namhafte Personen, wie Desmond Tutu, Denis Banks oder der ehemalige Generalstaatsanwalt der USA Ramsey Clark einsetzen, ruft er selbst aus dem Gefängnis heraus zur Unterstützung z.B. von Mumia Abu-Jamal auf, der mit dem Tode bedroht ist, und ebenfalls in Haft sitzt oder er unterstütz die mexikanische Chiapas-Bewegung, und natürlich kämpft er gegen den Alkoholismus und die Arbeitslosigkeit seiner StammesgenossInnen.

Das Buch zeugt von einer unendlichen Kraft und einem starken Willen. Leonard Peltier sieht sich in der Nachfolge eines Mahatma Gandhi oder eines Nelson Mandelas, ohne sich mit ihnen zu vergleichen – ein gewaltloser Krieger im Herzen der Bestie.

Was einigen westeuropäischen Linken Zahnschmerzen bereiten wird, ist seine Spiritualität, sein Glaube an sein “Volk”, d.h. an seine indianische Identität. Es geht ihm zu allererst um Gerechtigkeit, in einem Land, welches seine Leute seit über 200 Jahre mit Versprechungen abspeist, und sie ständig damit beschäftigt sind, einen Kampf gegen den systematischen Versuch der Ausrottung führen zu müssen.

Sein Glaube an die indianische Tradition und an indianische Werte geben ihm Kraft politisch weiterhin aktiv zu sein, und das eben nicht nur in eigener Sache. Der Sonnentanz, ein spirituelles Ritual, welches bei verschiedenen Stämmen unterschiedlich gehandhabt wird, ist bei den Lakota-Sioux ein mit Schmerz verbundenes Ritual, welches Peltier kurz vor seiner Verhaftung noch durchgeführt hat. Diese Schmerzen setzten sich in seinem Leben, seinem Schicksal in anderer Form fort. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass er beim Sonnentanz sich den Schmerzen freiwillig aussetzt, während in 23 Jahre Haft ihm Schmerzen zugefügt wurden, um die er nicht gebeten hat. Diese Schmerzen werden im Buch nachvollziehbar. Und sie machen traurig und wütend, und beschämen einen, wenn Leonard Peltier sich bei den Leserinnen bedankt, dass sie sich die Zeit nehmen dieses Buch zu lesen. Es wäre wünschenswert, dass dieses Buch eine weite Verbreitung findet, und als Ergebnis dessen er bald seine Freiheit erlangen kann.

Peltiers Menschlichkeit steht einem Machtapparat gegenüber dessen kapitalistische, und inhumane Fassade zerbröselt. Ihn frei zu bekommen hieße der Gerechtigkeit zu einem Sieg zu verhelfen, und das US-System bloßzustellen. Es muss uns gelingen, für uns, unsere Kinder, und den Menschen in den nächsten sieben Generationen, die eine Welt bewohnen wollen, in der es sich lohnt zu leben.

 

Leonard Peltier
Mein Leben ist mein Sonnentanz
Das Buch ist im Verlag Zweitausendeins nicht mehr zu Beziehen. Wenn Sie aber an eine Auflage interssiert sind, schicke ich Ihnen gerne eine Kopie per E-Mail zu, wenn Sie eine E-Mail unter dem Betreff "Peltier" an mich schicken.

Leider ist es mir erst möglich die Kopie am 1.4.2002 zu verschicken.

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