[Webdesign, Webhosting, eCommerce, Multimedia]
WELCOME
Kontakt
Gaestebuch
Little Bighorn
Geistertanz
Häuptlinge
Indianerstämme
Wounded Knee
Indianer Weisheiten
Der große Wiederstand
Reservationspolitik
AIM- American Indian Movement
Indianer gestern und heute
Der fall Leonard Peltier
Eine Rezension
Alltag der Indianer
Indianische Namen und ihre Bed
Die Religion der Indianer

Chankpe Opi Wakpala

Massaker am Wounded Knee River

Im Jahr 1888 erreichte die besiegten, verzweifelten Stämme im Westen plötzlich eine Botschaft, die ein neues Leben und Befreiung von der Unterdrückung in den Reservationen verhieß. Von Nevada aus verbreitete sich die neue, friedliche Religion, gepredigt von Wovoka, einem Paiute, der wirksame Medizin und Botschaften aus der übernatürlichen Welt hatte, wie ein Lauffeuer bei den Prärie-Stämmen.
Wovoka lehrte seine Anhänger besondere Gebete, Tänze und Lieder, mit denen die Welt der Indianer wiederauferstehen sollte - die Bisonherden und die Zeiten, als ihre Vorfahren noch am Leben und die indianischen Nationen frei waren. Viele tanzten die ganze Nacht und den ganzen Tag lang, um einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Einige trugen besondere Hemden, von denen sie glaubten, sie würden die Kugeln der Soldaten abwehren; die Weißen nannten die neue Religion "Geistertanz" und beobachteten ihren Eroberungszug mit Angst und Mißfallen. Doch die Indianer zogen in die Badlands und an andere Orte, wo sie den Weißen aus dem Weg gehen konnten. Ein junger Lakota beschrieb ihre Ekstase:

Sie tanzten ohne Pause, immer und immer weiter ... Manchmal fiel jemand vor Erschöpfung und Schwindel bewußtlos in die Mitte und blieb "tot" liegen ... Nach einiger Zeit lagen ziemlich viele so da. Jetzt waren sie "tot" und sahen ihre Vorfahren ... Die Visionen ... endeten immer gleich, wie ein Chor, der ein großes Lager aller Dakota beschreibt, die je gestorben waren, wo ... es keinen Kummer gab, sondern nur Freude, wo Verwandte fröhlich lachend zusammenkamen. Die Leute tanzten immer weiter und konnten nicht aufhören, Tag und Nacht, und hofften... eine Vision ihrer eigenen Toten zu sehen... Vermutlich hielten die Behörden sie wirklich für verrückt - aber das waren sie nicht. Sie waren nur schrecklich unglücklich.

Sogar Red Cloud, der sich mit der amerikanischen Regierung arrangiert hatte und mittlerweile in der Pine Ridge-Agentur der Oglala im heutigen South Dakota lebte, hatte Verständnis für die Tänzer:

Die Menschen waren durch Hunger verzweifelt ... Wir fühlten uns in unserem Elend verspottet. Wir hatten keine Zeitungen und niemanden, der sich für uns einsetzte ... Wir waren schwach vor Hunger und verrückt vor Verzweiflung. Wir hielten unsere sterbenden Kinder und spürten, wie ihre kleinen Körper zitterten, als ihre Seelen sie verließen und nur ein totes Gewicht in unseren Händen zurückblieb ... Einige sprachen vom Messias ... Die Leute wußten nichts; es war ihnen gleichgültig. Sie klammerten sich an die Hoffnung ... Die weißen Männer hatten Angst und riefen nach Soldaten. Wir hatten um das Leben gefleht, und die Weißen dachten, wir wollten das ihre.

Als der Geistertanz von immer mehr Stämmen aufgegriffen wurde, gerieten die Weißen im Westen in Panik. Sie glaubten, die Indianer würden einen Kriegstanz aufführen und einen Aufstand aller Nationen vorbereiten.
Die Regierung, die auf die Ausbildung und Integration der Stämme hinarbeitete, wollte den Tänzen ein Ende setzen, glaubte aber, daß sie zuerst die indianischen Anführer isolieren müsse.
Sitting Bull, der Hunkpapa-Häuptling, schloß sich der Bewegung zwar nicht an, aber seine beeindruckende Präsenz bei den Sioux stellte eine ständige Bedrohung der staatlichen Autorität dar. Nach dem Sieg über Custer war er der letzte Lakota-Führer gewesen, der kapituliert hatte; im Juli 1881 hatte er sein Exil in Kanada verlassen und sich in Fort Buford im heutigen North Dakota den Amerikanern ergeben. Nach einiger Zeit im Gefängnis in Fort Randall wurde er zu den Hunkpapa in der Agentur Standing Rock in der Sioux-Reservation gebracht.
Als der Mann, der Custer besiegt hatte, galt er bei den Weißen als der berühmteste lebende Indianer. Eine Zeitlang reiste er mit Buffalo Bills Wild West Show durch das Land, wobei er seinen Sieg am Little Big Horn nachstellte und das weiße Publikum in seiner Indianersprache beschimpfte, so daß die nervösen Dolmetscher seine Worte schnell entschärfen mußten. In Standing Rock war er dem Agenten ein Dorn im Auge.
Schließlich ließ der Agent Sitting Bull von Sioux-Indianerpolizisten im Dienst der Regierung verhaften, weil er angeblich die Geistertänzer in Standing Rock unterstützte. Im Morgengrauen des 15. Dezember 1890 wurde Sitting Bull aus dem Schlaf gerissen, und als Krieger aus dem Lager ihm zu Hilfe eilten, wurde er von den Polizisten ermordet.
Der Tod des großen Häuptlings verhieß neue Schwierigkeiten. Viele Geistertänzer flohen, einige suchten Unterschlupf bei Big Foots Miniconjou-Lakota am Cheyenne River. In der Hoffnung, bei den Oglala des einflußreichen Chief Red Cloud in der Agentur Pine Ridge Sicherheit zu finden, hetzten sie gemeinsam über 200 Kilometer über die Prärien und Badlands. Big Foot, der eine Lungenentzündung hatte, die sich unterwegs noch verschlimmerte, wurde in einem offenen Wagen mitgenommen. Kurz vor dem Ziel wurden die frierenden, hungrigen und müden Flüchtlinge von der Siebten Kavallerie - der früheren Einheit Custers - abgefangen und zum Chankpe Opi Wakpala (Wounded Knee Creek) auf der Pine Ridge Reservation gebracht.
Dort wurden sie am Morgen des 29. Dezember 1890 von den Soldaten umstellt und erhielten den Befehl, ihre Waffen auszuhändigen. "Es war vereinbart worden, daß wir zur Agentur Pine Ridge weiterziehen sollten, sobald wir die Gewehre in der Mitte aufgestapelt hatten", berichtete White Lance, einer der Miniconjou. Mrs. Louis Mousseau, die Sioux-Ehefrau eines Mestizen und Besitzerin eines Handelspostens in Wounded Knee, erinnerte sich: "Es wimmelte vor weißen Männern wie vor Maden ... Sie nahmen uns alles weg, was eine scharfe Spitze hatte, alles aus Metall, das eine Spitze hatte..."
Auf einem Hügel oberhalb der umzingelten Indianer stellten die Soldaten vier Hotchkiss-Geschütze auf, die sie auf Big Foots Volk richteten. Unten, in einiger Entfernung von den Soldaten, stand der Zeitungskorrespondent Thomas H. Tibbles vom World-Herald in Omaha, der mit der Siebten Kavallerie nach Wounded Knee geritten war. "Plötzlich", so schrieb er, "hörte ich aus der Richtung der Truppen einen einzelnen Schuß - dann drei oder vier - einige mehr, und dann kam eine ganze Salve. Und darauf folgte sofort ein
krachender Hagel von Schüssen. Dann dröhnten die Hotchkiss-Geschütze."
Der einzelne Schuß, den Tibbles hörte, stammte vom Gewehr eines schwerhörigen Indianers, der seinen Karabiner über den Kopf gehalten hatte, um ihn nicht hergeben zu müssen. Aber als sich der Schuß löste, gerieten die Soldaten in Panik, und im Bruchteil einer Sekunde feuerten die Weißen und die Indianer aufeinander los. Schreiend durchbrachen viele der Sioux die Linien der Soldaten und suchten Schutz in den Schluchten. Die Truppen jagten ihnen nach und feuerten dabei auf alles, was sich bewegte. Dort, wo die Indianer ursprünglich umstellt worden waren, lagen Big Foot, dutzende Mitglieder seines Volks sowie Soldaten tot auf der Erde. Viele der Weißen waren im Kreuzfeuer ihrer Kameraden gefallen.
Eine Miniconjou, die später als Mrs. Rough Feather bekannt wurde, hatte das Kampfgeschehen hautnah miterlebt. "Es war ein entsetzlicher Krach, und eine Zeitlang war ich wie betäubt", erinnerte sie sich. "Dann faßte ich mich und sah, daß fast alle, die am Boden lagen, blutüberströmt waren ... Mein Vater, meine Mutter, meine Großmutter, mein älterer Bruder und mein jüngerer Bruder waren alle tot. Mein Sohn, damals zwei Jahre alt, hatte einen Schuß in den Mund bekommen; daran ist er später gestorben."

American Horse, ein Oglala-Häuptling, beschrieb den Tod der umzingelten Indianer und den Fluchtversuch der Miniconjou:

Da war eine Frau mit einem kleinen Kind im Arm; sie wurde getötet, als sie beinahe die Friedensflagge berührte ... Eine Frau wurde mit ihrem Säugling niedergeschossen; das Kleine wußte nicht, daß seine Mutter tot war, und saugte noch an ihrer Brust ... Die Frauen, die mit ihren Babies flüchteten, wurden zusammen ermordet, der Schuß ging durch sie beide hindurch ... und nachdem fast alle getötet waren, kam ein Ruf, daß alle, die nicht tot oder verwundet waren, herauskommen sollten, sie hätten nichts zu befürchten. Kleine Jungen ... verließen ihr Versteck, und sobald sie in Sichtweite kamen, wurden sie von den Soldaten umringt und niedergemäht.

"Obwohl der eigentliche Angriff nur etwa zwanzig Minuten dauerte", schrieb Tibbles, "waren noch ein oder zwei Stunden lang immer wieder Schüsse zu hören - immer dann, wenn die Soldaten ein Lebenszeichen sahen. Indianerfrauen und ihre Kinder flüchteten in die Schlucht nach Süden, und einige rannten weiter über die Prärie, aber die Soldaten verfolgten sie und schossen sie unbarmherzig nieder.
"Bei Sonnenuntergang wurde es bitter kalt. Nach Einbruch der Dunkelheit trafen in der Agentur Kavalleristen mit einem langen Zug von Militärwagen ein, auf denen die toten und verwundeten Soldaten und Indianer von Wounded Knee lagen. Die verletzten Weißen wurden zur medizinischen Behandlung ins Lazarett gebracht, aber neunundvierzig verwundete Sioux-Frauen und -Kinder ließ man auf offenen Wagen draußen in der eisigen Kälte liegen. Schließlich wurden sie in die Kirche der Agentur getragen, wo sie schweigend auf dem Boden unter der Kanzel lagen, über der ein Tuch mit den Worten hing:

FRIEDE AUF ERDEN UND DEN MENSCHEN EIN WOHLGEFALLEN.

"Nichts, das ich in meinem ... Leben gesehen habe, berührte, bedrückte oder verfolgte mich derart wie die Szenen, die ich in jener Nacht in der Kirche sah", berichtete Tibbles. "Eine unverletzte ältere Frau ... hielt ein Baby auf dem Schoß ... Ich reichte ihr eine Tasse Wasser und sagte ihr, sie solle es dem Kind geben, und es griff danach, als sei es am Verdursten. Als es gierig schluckte sah ich das Wasser durch ein Loch im Hals im blutigen Strom direkt wieder hervorschießen.
Verzweifelt machte ich mich ... auf die Suche nach dem Chirurgen ... Einen Augenblick blieb
er neben der Tür stehen und blickte über die Menge der leidenden oder sterbenden Frauen und Kinder ... Ihr beharrliches Schweigen war bedrückend. ... Zu meiner Überraschung sah ich, daß der Chirurg, der im Bürgerkrieg gedient hatte und die Verletzten ... von der Wildnis bis Appomattox behandelt hatte, blaß wurde..." "Hier sehe ich zum erstenmal so viele Frauen und Kinder, die in Stücke geschossen wurden", (sagte) er. "Ich kann es nicht ertragen."...
Draußen am Wounded Knee begann es zu stürmen, und dann folgte ein Schneesturm, so daß die Leichen der abgeschlachteten Indianer drei Tage lang liegenblieben, steifgefroren an der Stelle, wo sie gefallen waren. Schließlich wurden sie in einem riesigen Graben, der direkt auf dem Schlachtfeld ausgehoben wurde, beerdigt ... Am dritten Tag sah Colonel Colby ... wie die Decke über einer Leiche sich bewegte ... Unter der Decke fand er, eng an seine tote Mutter gekuschelt ... ein kleines saugendes Mädchen."
Das Massaker an den Sioux bei Wounded Knee, zwei Jahre vor der Vierhundertjahrfeier von Kolumbus' Landung in der westlichen Hemisphäre, war der erschütternde Schlußpunkt zu der langen Eroberungsgeschichte des heute als Vereinigte Staaten bekannten Landes durch den weißen Mann. Die Verheißungen von Wovokas Religion gingen mit den Toten von Wounded Knee unter. Die Eindringlinge betrachteten die Eroberung des amerikanischen Westens als abgeschlossen. Ihre Angriffe auf die indianische Kultur - und der Widerstand dagegen - sollten jedoch fortdauern. Die Worte Black Elks, eines heiligen Manns der Oglala, der 1890 dabei war, sind ein bewegendes Zeugnis, das in all den Jahren nichts von seiner Kraft eingebüßt hat:

Ich wußte damals nicht, wieviel zu Ende ging. Wenn ich vom hohen Berg meines Alters zurückblicke, sehe ich noch immer die niedergemetzelten Frauen und Kinder in Haufen und verstreut entlang der gewundenen Schlucht so deutlich vor mir wie damals, als meine Augen noch jung waren. Und ich sehe, daß noch etwas anderes in der blutigen Erde starb und von dem Schneesturm begraben wurde. Dort ist der Traum eines Volkes gestorben ... Das Rad der Nation ist zerbrochen ... und der heilige Baum ist tot.

 

 

 

Die Opfer von Wounded Knee

 

• Familie Big Foot
• Familie Iron Eyes
• Familie Horned Cloud
• Familie Beard
• Familie Shedding Bear
• Crazy Bear
• Familie Elk Creek
• Old Good Bear
• Familie Good Bear
• Familie Pretty Hawk
• Familie Shoots the Right and Bad   Wound
• Familie Bear Parts Body and Little   Boy
• Familie Brown Beaver
• Familie High Hawk
• Brown in the Ears and Sohn
• Shading Bear
• Familie Long Bull
• Familie Courage Bear
• Familie Black Hawk and Weasel Bear
• White American
• Black Coyote
• Henry Three and Pretty Bold Eagle
• Familie Sun in the Pupil
• Has a Dog
• Red Shirt Girl
• Mrs. White Day and Little Boy
• Charge at Them
• Old Woman and Trouble in Front

• Mrs. Last Running and Red White   Cow
• Ghost Horse
• Living Bear
• Afraid of Bear
• Young Afraid of Bear
• Yellow Robe
• Wounded Hand
• Scatters Them
• Familie Swift Bird
• He Crow & his Daughter Pretty   Woman
• Mrs. Buckskin Breech Cloud and   Sons Running in Lodge, White   Feather and Little Boy
• Spotted Thunder
• Picked Horse
• Bear Cuts Body
• Chase in Winters
• Tooth Its Hale
• Red Horn
• Little Water
• No Ears
• Wolf Skin Necklace
• Lodge Skin Knopkin
• Big Shirt
• Brown Turtle
• Blue American
• Pass Water in Horn
• Familie Small Bodied Bear

• Kills Seneca
• Familie Whirl Wind Hawk
• Mrs. Yellow Buffalo Calf
• Louis Close to Home
• Cast Away and Run
• Bad Braves
• Mrs. Burnt Thigh
• Familie Strong Fox
• Mrs. One Feather and Son
• Familie Old Man Yellow Bull
• Mrs. Bring Earth to Her
• Familie Bad Owner
• Mrs. Brown Woman
• Shakes the Bird
• Familie Red Ears Horse
• Shoots with Hawk Feather and his   Mother
• Mrs. Chief Woman
• Mrs. Trouble in Love
• Mrs. Stonehammer and Baby
• Wolf Eagle and Good Boy
• Edward Wolf Ears
• Little Girl
• Shoot the Bear and Mother
• Feather Earring and Son
• Mrs. Scarlet Calf and Son>
• Kills Assiniboine
• Kills Crow Indian
• Familie Little Body Bear
• Small Side Bear

• Red Eagle and Daughter Eagle Body
• Familie Little Elk
• Familie Black Shield
• Mrs. Brown Leaf
• Mrs. Bear Gone
• Mrs. Bird's Belly
• White Wolf
• Familie Wood Shade
• Familie Running Standing Hairs
• Familie He Eagle
• Familie Log
• Familie Brown Hoops
• Mrs. Last Talking
• No Got in Among
• Mrs. Comes out Rattling
• Big Voice Thunder
• Long Medicine
• Familie Broken Arrow
• Familie Young Man Eagle
• Bird Wings
• Not Afraid of Lodge
• Bear comes and Lies
• Wears's Calf Robe
• Yellow Robe and her Son Wounded in   Winter
• Mrs. Black Hair
• Familie Bad Spotted Eagle
• Familie Drops Blood

"Ich werde mich erheben und untergehen. Begrabt mein Herz am Wounded Knee"
Tashunka Witko (Crazy Horse) † 2.9.1877 (hinterrücks ermordet)

 

Gratis Homepage von Kostenloses-Webdesign.de
Der (die) Autor(in) ist ausschliesslich für den Inhalt dieser Seite verantwortlich.

Site Meter